11.02.2026

Ratgeber

Treppenturm – Wir zeigen dir eine bequeme Möglichkeit, um auf dein Gerüst zu kommen

Der richtige Zugang zu Arbeitsplätzen auf dem Gerüst ist der entscheidende Faktor für effizientes und sicheres Arbeiten auf der Baustelle. Besonders bei mehrgeschossigen Bauvorhaben stoßen klassische Leiterdurchstiege schnell an ihre Grenzen.

Wir zeigen dir in diesem Ratgeberartikel bei welchen Bauvorhaben ein Treppenturm sinnvoll und notwendig ist. Zudem zeigen wir dir, warum sich diese Investition langfristig auch für dich lohnt.

Treppenturm Ratgeber

Für dich zusammengefasst

  • Einsatzbereich: Um deine Sicherheit und Komfort zu erhöhen, können Treppentürme grundsätzlich bei allen Bauvorhaben eingesetzt werden.
  • Vorteile gegenüber Leiterdurchstiegen: schnellerer und gleichzeitiger Personenverkehr erhöhen deine Leistungsfähigkeit, während zudem deine Gesundheit geschützt wird
  • Förderung: Im Rahmen einer BG BAU-Arbeitsschutzprämie kannst du dir für den Treppenturm als Sicherheitsinvestition eine Förderung einholen
  • Montage: Der sichere Übertritt zwischen Gerüst und Treppenturm wird durch Spaltabdeckungen gewährleistet. Um einen Sturz in den Treppenturm zu vermeiden gibt es auf der obersten Lage einen dreiteiligen Seitenschutz.

Für welche Bauvorhaben wird ein Treppenturm benötigt?

Grundsätzlich kann ein Treppenturm bei nahezu jedem Bauvorhaben verwendet werden, da er den Zugang zu Arbeitsplätzen erleichtert und deine Sicherheit auf dem Gerüst erhöht.

Erforderlich wird ein Treppenturm insbesondere für Arbeiten an Gebäuden ab einer Aufstiegshöhe von 5 m, wenn Leiteraufstiege nicht mehr als sicherer Verkehrsweg gelten. Davon betroffen sind vor allem mehrgeschossige Gebäude, da hier viel Material- und Personenverkehr herrscht. Um einen ordnungsgemäßen Aufstieg zu ermöglichen muss alle 50 Meter ein Aufstieg über einen Treppenturm ermöglicht werden.

Ausnahme für Einfamilienhäuser:
Bei Bauarbeiten an Einfamilienhäusern ist es in der Praxis weiterhin zulässig Leiterdurchstiege zu verwenden und auf den Aufbau eines Treppenturms zu verzichten.

Die Vorgaben hierfür basieren auf der Vorschrift TRBS 2121-1 (2010), wurden 2019 nochmals konkretisiert und werden durch die BG BAU kontrolliert.

Welche Vorteile haben Treppentürme im Vergleich zu Durchstiegen?

Der Aufbau eines Treppenturms mag im ersten Moment umständlich wirken. Bei genauerem Betrachten werden die Vorteile im Vergleich zu den innenliegenden Leiterdurchstiegen schnell ersichtlich:

  • Vorteile für deine Arbeitssicherheit:
    • Bequemerer Aufstieg durch breite Auftrittsflächen
    • Höhere Steigsicherheit durch beidseitigen Handlauf
    • Geringe Rutschgefahr durch rutschhemmende Stufen
    • kein Absturzrisiko durch aufstehende Luken
  • Vorteile für den Materialtransport:
    • Kein Leiter steigen mehr notwendig
    • Material kann einfacher getragen werden
    • Sicherer Materialtransport auch für größere Höhen zulässig
  • Vorteile für die Leistungsfähigkeit der Gerüstnutzer:
    • Schnellerer Auf- und Abstieg
    • Gleichzeitiger Auf- und Abstieg zulässig
    • Weniger Ermüdung und kürzere Wartezeiten
  • Vorteile für deine Gesundheit:
    • Entlastung für Knie und Rücken durch natürliches Gehen
    • Entlastung für Schultern, da Leiter steigen entfällt

Gibt es Zuschüsse für den Bau eines Treppenturms?

Da der Einsatz eines Treppenturms die Sicherheit bei deinen Arbeiten deutlich erhöht, stuft die BG BAU diesen als Sicherheitsinvestition ein. Dadurch fallen Treppentürme unter die förderfähigen Arbeitsmittel im Rahmen der BG-BAU-Arbeitsschutzprämien.

Für die Anschaffung einen Treppenturms können Mitgliedsbetriebe einen finanziellen Zuschuss beantragen. Hierfür muss der Treppenturm den geltenden arbeitsschutz-rechtlichen Anforderungen entsprechen und eine bestimmungsgemäße Verwendung vorliegen.

 

Wie wird der Treppenturm montiert?

Ein Treppenturm ist kein Gerüstzubehör, er wird vor das bestehende Fassadengerüst montiert und konstruktiv mit diesem verbunden sowie gemeinsam in der Fassade verankert. Hierfür werden die Vertikalrahmen des Treppenturms mit den Vertikalrahmen des Fassadengerüstes mit einer Distanzkupplung verbunden. Der hierbei entstehende Zwischenraum zwischen der Gerüsttreppe und dem Hauptgerüstfeld wird mit einer Spaltabdeckung überdeckt. Um einen Sturz in den Treppenturm zu vermeiden, werden sowohl an der Innen- als auch an der Außenseite Geländer befestigt.

Auf der obersten Lage wird ebenfalls ein hineinfallen durch einen dreiteiligen Seitenschutz verhindert.

Treppenturm
Abb. 1: Vorschau eines Treppenturms
Spaltabdeckung Treppenturm
Abb. 2: Spaltabdeckung
Treppengeländer
Abb. 3: Treppengeländer

Vorteile und Nachteile im Überblick:

pro

  • Sicherer Auf- und Abstieg durch breite Stufen und Handläufe
  • Gleichzeitige Nutzung durch mehrere Personen möglich
  • Material kann ergonomisch getragen werden
  • Entspricht den Anforderungen der TRBS 2121-1

Contra

  • Höherer Montage- und Materialaufwand
  • Größerer Platzbedarf vor dem Fassadengerüst notwendig
  • Material mit großem Packmaß benötigt

1. Leitern als Arbeitsplatz

2. Leitern als Verkehrsweg

Fazit:

Ein Treppenturm ist nicht für jede Baustelle zwingend erforderlich: Bei Arbeiten unterhalb von 5 m Höhe und mit geringem Personen- und Materialverkehr sowie an Einfamilienhäusern können Leiterdurchstiege ausreichend sein.

Für Mehrfamilienhäuser und mehrgeschossige Gebäude, ist der Treppenturm hingegen verpflichtend, da hier die Anforderungen der TRBS 2121‑1 sowie die BG BAU den Treppenturm als sicheren Aufstieg vorschreiben.

Zusätzlich erleichtert er Materialtransport, ermöglicht ergonomisches Arbeiten und reduziert Unfallrisiken. BG BAU-Mitglieder können die Anschaffung sogar fördern lassen.

Falls du hierzu noch Fragen hast, oder dir ein unverbindliches Angebot für einen Treppenturm einholen möchtest, ruf uns gerne an.

 

Luca Baur
Veröffentlicht von

Luca Baur

Seit 2025 bei GH Gerüsthandel tätig
Vertriebsmitarbeiter

Telefon: +49 7306 30535-40
luca.baur@ghgeruesthandel.de

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