10.12.2021
Ratgeber
Sowohl als professioneller Maler als auch Laie weißt du, dass das richtige Gerüst unerlässlich ist, um deine Arbeit sicher und effizient zu erledigen. Aber welche verschiedenen Arten von Gerüsten gibt es und – auch, wenn du kein Profi bist – welches ist das richtige für deine Bedürfnisse? Hier erfährst du alles über Gerüstarten und -normen sowie einzuhaltende Sicherheitsbestimmungen.
Im gewerblichen Bereich verlangt das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) von Arbeitgebern, dass alle Mitarbeiter einen sicheren und gesunden Arbeitsplatz erhalten. Dazu gehört auch der richtige Einsatz von Gerüsten bei sämtlichen Bau- und Malerarbeiten. Hier darf also nicht nur ein Gerüst für Malerarbeiten aufgestellt werden, sondern so sollte es auch sein.
Auch im privaten Bereich nutzen Hausbesitzer Gerüste für deine Malerarbeiten. Wenn du deine Fassade streichen oder Malerarbeiten am Dach ausführen möchtest, habst du auch privat die Möglichkeit, ein Malergerüst zu kaufen oder zu mieten. Eine Baugenehmigung benötigst du dafür nicht, allerdings haftest du privat, weil das Gerüst auf deinem Grundstück aufgebaut wird. Sobald das Gerüst allerdings auf öffentlichen Gehwegen steht, musst du dir eine Genehmigung bei deinem lokalen Ordnungsamt einholen.
Aufgrund ihrer Sicherheitsrelevanz auf Baustellen ist die Nutzung von Gerüsten im Rahmen der DIN4420 geregelt. Die Norm für Gerüstgruppen besagt, dass Gerüste in 6 Klassen mit 4 Hauptgruppen eingeteilt werden. Dabei spielen folgende Parameter eine entscheidende Rolle für das richtige Modell:
Es ist erlaubt, Gerüste der Gerüstgruppe 1 lediglich für Inspektionsarbeiten zu nutzen, während jene der Gerüstgruppe 2 für Arbeiten verwendet werden, bei denen keine Lagerung von Bauteilen oder -stoffen nötig ist. Wichtig für deine Malerarbeiten ist die Gerüstgruppe 3: Sofern das Gewicht von Personen und Material die Grenze von 200kg/m² nicht übersteigt und eine Durchgangsbreite von mindestens 20cm gegeben ist, hast du alles richtig gemacht. Sobald die Belastungen sich erhöhen, müssen Gerüste der Gerüstgruppe 4 bis 6 eingesetzt werden.
Definiere aufgrund der anfallenden Malerarbeiten vorab gemeinsam mit deinem Gerüsthändler die richtige Gerüstgruppe.
Du willst deine Malerarbeiten angehen. Allerdings stehst du vor der Herausforderung, nicht jeden Winkel deiner Fassade oder deines Daches erreichen zu können. Deshalb lohnt sich ein Blick auf verschiedene Gerüstbau-Arten. So schaffst du deine Malerarbeiten sicher und komfortabel.
Beim Raumgerüst handelt es sich um einen klassischen Gerüst-Typ, den Maler und Lackierer für Arbeiten im Gebäude-Inneren verwenden. Als einfaches Standgerüst mit flächenorientierten Gerüstlagen setze das Raumgerüst für Malerarbeiten im Industriebau, aber auch in privaten Wohnräumen ein.
Ein Fassaden-Gerüst wird allerdings notwendig, wenn du deine komplette Fassade malern möchtest. Meist aus Stahl oder Aluminium gefertigt, verwendest du es als Fahr-, Roll- oder klassisches Standgerüst.
Finde hier eine detaillierte Auflistung aller Gerüst-Arten: https://www.ghgeruesthandel.de/geruestarten.php
Je nach Erfahrung, Mannstärke und Arbeitsmethodik dauert der Aufbau eines Gerüsts für deine Malerarbeiten unterschiedlich lang. Hinzu kommen Wetterbedingungen und natürlich die Größe deiner Hausfassade oder zu malernden Fläche.
Das Grundgerüst für eine normale Häuserwand ist schon an einem halben Arbeitstag aufgebaut. Für größere Flächen kann es bis zu einem ganzen Arbeitstag oder mehr dauern. Spreche in jedem Fall mit deinem Fachmann über die Dauer des Aufbaus für das Malergerüst, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden, besonders, wenn du unter Zeitdruck stehst.
Mit einem Gerüst allein ist es nicht getan. Damit alle Sicherheits-Standards erfüllt sind und du deine Malerarbeiten zur bestmöglichen Zufriedenheit ausführst, werfe einen Blick auf mögliches Gerüstzubehör.
Wenn du an einer besonders hohen Fassade arbeitst, kann ein Bau-Aufzug für deine Malerarbeiten Sinn machen. Er kann in Gerüst-Systeme eingebaut werden und dient dem Malermaterial- oder auch Personen-Transport. Meist reicht im privaten Bereich ein kleiner Rollwagen aus. Solltest du höhere Gebäude malern, kommen sogar Bau-Aufzüge für mehrere 100m zum Einsatz. Außerdem tragen sie weitaus mehr Gewicht.
Eine attraktive Alternative zu herkömmlichen Leitern bieten Treppentürme. Auf diese Weise transportierst du weitaus größere Gegenstände und sparst so Zeit. Außerdem sind sie äußerst komfortabel und bieten gerade in großen Höhen mehr Sicherheit.
Du bist gerade mitten in deinen Malerarbeiten und es beginnt zu regnen. Nutze in diesem Fall ein Wetterschutzdach. Das sind mit regenfestem Planen-Material bespannte Gitterträger, die auf dem kompletten Gerüst angebracht werden. So werden deine Malerarbeiten vor schlechtem Wetter wie Regen oder Schnee geschützt. Meist kommen Wetterschutzdächer im gewerblichen Bereich zum Einsatz, da sie doch recht kostspielig sind.
Wenn du das Gerüst für deine Malerarbeiten in große Höhen bauen müsst, denke an ein Personen-Auffang-Netz. Mit diesen flexiblen Netzen bist du auf der sicheren Seite, was den Arbeitsschutz deiner Mitarbeiter und Helfer angeht. Personen-Auffang-Netze lassen sich überall am Gerüst anbringen und sind vor allem in luftigen Höhen oder kurz unter deinem Dachbalken eine gute Hilfe.
Wenn du ein professionelles Gerüst für deine Malerarbeiten aufstellen (lassen) möchtest, schalte Fachpersonal ein. In allererster Linie geht es hier um die Sicherheit aller am Maler-Projekt Beteiligten. Mache dir mit sämtlichen aktuellen Sicherheitsvorschriften vertraut. Nutze die richtigen Gerüstgruppen für deine individuellen Zwecke. Wähle aus gebrauchten und neuen Gerüsten aus und finalisiere dein Maler-Projekt mit der richtigen Gerüstbau-Art und dem optimalen Gerüstbau-Zubehör. Halte alle Sicherheitsvorkehrungen ein.
Genau wie alle anderen handwerklichen Tätigkeiten birgt auch das Malern einige Risiken, vor allem, wenn es an hohen Gebäuden oder verwinkelten Ecken erledigt wird. Schaue dir deshalb die folgenden Sicherheitsvorgaben genau an. So erledigst du deine Malerarbeiten zügig und vor allem sicher.
Beachte folgende Sicherheitsregeln:
Neben Leitern sind vor allem Gerüste wichtigstes Hilfsmittel für die optimale Ausführung deiner Malerarbeiten. Besonders hohe Häuserwände und Innenräume sowie Treppenhäuser stellen hier eine vorab oft schlecht eingeschätzte Gefahrenquelle dar. Improvisiere nicht, sondern stelle die Gerüste für deine Malerarbeiten richtig auf.
Schirme mögliche Absturzstellen ab einer Höhe von 105 cm mit Brettern oder Geländern ab. Weiterhin gilt es, sämtliche Bodenlöcher zu sichern, damit kein Mitarbeiter sich verletzt. Dafür nutze Planken oder Absperrungen.
Trage bei deinen Malerarbeiten auf Dächern oder besonderen Höhen eine Absturz-Sicherung. Gegen Farben und Lacke mit chemischer Substanz schützen Mundschutz-Masken und Schutzhandschuhe. Trage im Sommer UV-Schutz auf und nutze eventuell entsprechende Brillen. Achte auf Kopfschutz und die richtigen Schuhe.
Sichere deine Malerarbeiten während und nach der Bearbeitung mit einem Schild „Vorsicht! Frisch gestrichen!". So kommt es zu keinen unangenehmen Überraschungen.

In unserem Kalkulator kannst du dein Gerüst individuell zusammenstellen und einsehen, welche Kosten hierfür entstehen.
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