13.11.2025
Ratgeber
Die Fragen aller Fragen, wenn es um das Thema gebrauchtes Gerüst oder aber auch neues Gerüst geht: Welche Gerüstart brauche ich?
Diese Frage steht nicht nur für geplante Neubauprojekte im Raum, sondern spielt ebenfalls beim Thema Altbausanierung, generell Sanierung, Hausumbau, Dachsanierung und vielen mehr Bauvorhaben eine wichtige Rolle – denn nur mit dem richtigen Gerüst ist gewährleistet, dass die von dir oder deinem Gewerk geplanten Arbeiten wirtschaftlich bezüglich Ausführungszeit und Kostenplanung sind.
Weiterhin ist die Wahl des richtigen Gerüstsystems ebenfalls bezogen auf gesetzliche Vorschriften und Sicherheit eine nicht zu missachtende Entscheidung.
Wir nehmen die drei gängigsten Gerüstarten unter die Lupe:
Jede dieser Gerüstart wurde für spezifische Anwendungsfälle konzipiert und erfüllt somit bestimmte Gegebenheiten.
Wir kennen das Fassadengerüst unter vielerlei Namen: Rahmengerüst, Arbeitsgerüst, Baugerüst. Hierbei handelt es sich um eine fest montierte Gerüstart, welche an der Gerüstfassade verankert wird oder aber teils mit Hilfe von teleskopierbaren Gerüststützen nach hinten weg abgestützt werden kann.
Diese Art von Gerüst eignet sich hervorragend für Arbeiten, welche einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen und nicht temporär über ein paar wenige Tage ausgeführt werden sollen. Zudem schafft es dir eine sichere und großflächige Arbeitsplattform.
Merkmale und Einsatzbereich:
Maximale Sicherheit und Tragfähigkeit
Erlaubt das Arbeiten über große Flächen und lange Zeiträume
Erfüllt Anforderungen für schwere Bauarbeiten
Hoher Auf- und Abbauaufwand
Erfordert Verankerung an der Fassade (hinterlässt ggf. Bohrlöcher)
Weniger flexibel; muss komplett zerlegt werden
Mit dem Rollgerüst (oder auch Fahrgerüst genannt) erlangst du eine mobile sowie freistehende Gerüstkonstruktion aus Aluminium, welche auf Rollen montiert ist. Ein Fahrgerüst ist somit die absolut ideale Wahl, wenn kurzfristige Arbeiten mit wechselndem Standort geplant sind.
Mit einem Fahrgerüst bist du bezüglich Höhe allerdings eingeschränkter, als mit einem Fassadengerüst – dennoch unter Beachtung der Aufbau- und Verwendungsanleitung des jeweiligen Herstellers auch in Arbeitshöhen von bis zu 13,45 m (hier wurde als Beispiel das Fahrgerüst assco rapido 4601 sowie assco rapido 4602 des namhaften Herstellers ALTRAD PLETTAC ASSCO herangezogen) absolut sicher unterwegs.
Merkmale und Einsatzbereich:
Das Dachfanggerüst ist in die Kategorie der Schutzgerüste einzuordnen. Es kann zwar als Arbeitsplattform dienen, dient jedoch hauptsächlich dazu, sowohl Arbeiter als auch Material vor dem Absturz von der Dachkante (Traufe) zu schützen.
Merkmale und Einsatzbereich:
Lebensrettende Schutzfunktion bei Dacharbeiten
Erfüllt die gesetzlichen Anforderungen zur Absturzsicherung
Fängt Personen und herabfallendes Material auf
Dient primär dem Schutz, nicht als Haupt-Arbeitsfläche
Erhöht die Gesamtgerüstkosten bei Fassaden- und Dacharbeiten
Geringe Belagbreite (meist mind. 0,60 m)
Die Entscheidung hängt von diesen drei Schlüsselfaktoren ab:
| Bauvorhaben | Empfohlene Gerüstart | Begründung |
|---|---|---|
| Komplette Fassadendämmung | Fassadengerüst |
Lange Standzeit, hohe Lasten, große Flächen, maximale Stabilität. |
| Fenster streichen 1. Stock | Rollgerüst |
Kurze Einsatzzeit, einfacher Standortwechsel, keine Verankerung nötig. |
| PA-Anlage auf Satteldach montieren | Dachfanggerüst |
Zwingend zur Absturzsicherung an der Traufkante vorgeschrieben. |
| Decke in einer Halle streichen | Rollgerüst (Aluminium) |
Leichte Bauweise, gute Manövrierbarkeit im Innenraum. |
Mit ein paar wenigen Fakten kannst du zügig entscheiden, welches Gerüst für dein persönliches Vorhaben das korrekte ist. Zu beachten ist hierbei, welche Art von Arbeit du verrichten möchtest und auf welche Gegebenheiten du dich im Umfeld einstellen musst (Untergrund, Aufbauhöhen, Passantenverkehr, etc.).
Und sollte dennoch nicht ganz klar sein, welche Gerüstart du nun wählen solltest, stehen wir dir natürlich jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.