Sicherheit im Gerüstbau durch die richtige Verbindungstechnik

Stabilität und Flexibilität: diese beiden Ansprüche müssen Gerüste heute erfüllen, um maximale Sicherheit und Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten. Deshalb kommt der Verbindungstechnik im Gerüstbau ein besonderer Stellenwert zu. Denn sie ermöglicht, dass sich einzelne Gerüstteile  miteinander sicher verbinden und für einen Transport auch einfach wieder lösen lassen. Die drei gängigsten Kupplungsverbindungsarten stellen wir Ihnen  in diesem Beitrag vor.

Die Normalkupplung – starre Verbindung im rechten Winkel

Grundsätzlich folgt der Gerüstaufbau stets einer speziellen Montagelogik. Diese beugt durch ein standardisiertes Aufbauverfahren Montagefehlern vor und sorgt so von Anfang an für Stabilität und Sicherheit. Bei den heute insbesondere als Fassadengerüste häufig verwendeten Stahlrohr- und Kupplungsgerüsten kommen so genannte Kupplungen als Verbindungstechnik zum Einsatz. Kupplungen müssen gemäß der DIN EN 74 „Kupplungen, Zentrierbolzen und Fußplatten für Arbeitsgerüste und Traggerüste“ hergestellt, vom Hersteller mit einem Prüfzeichen versehen oder vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) geprüft und zugelassen werden.

Die Normalkupplung kommt bei der Verbindung zweiter Rohre zum Einsatz, die sich im rechten Winkel kreuzen.  Um Längs- oder Querriegel  sicher miteinander zu verkuppeln, sollten die Rohrenden mindestens 4 cm über die Kupplung hinausragen. Der Schraubverschluss hat normalerweise eine Schlüsselweite von SW 19 oder SW 22.

Die Drehkupplung – fest verbunden in jedem Winkel

Drehkupplungen dienen der sicheren Verbindung sich kreuzender Rohre in jedem Winkel, wenn keine Normalkupplungen eingesetzt werden können. Bei dieser Verbindungstechnik werden Rohrauflagerungen über Drehgelenkbolzen verbunden. Sie ist nur für Diagonalstreben zu verwenden, bei denen keine Normalkupplungen angewendet werden können. Außerdem dürfen sie zur Lagesicherung von Zwischenquerriegeln eingesetzt werden. Auch hier werden die Schlüsselweiten S 19 und S 22 verwendet.

Die Stoßkupplung – starker Halt mit Zentrierbolzen

Hier unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen Stoßkupplungen: der Zugstoßkupplung und der Druckstoßkupplung. In beiden Varianten werden je zwei axial liegende Stahlrohre durch Stoßen miteinander verbunden.

Weitere Kupplungsarten, wie Halbkupplungen, Parallelkupplungen,  Kantholzkupplungen und Hängegerüstkupplungen sind spezielle Kupplungen, die anderen Normen der Arbeitssicherheit unterliegen. Rohr- und Steckverbindungen dagegen eignen sich zur stabilen Montage von Stahlrohr- und Kupplungsgerüsten.