Bestens gerüstet für den Notfall – dank Höhenrettungstrainings

Natürlich ist es der Worst Case, und natürlich arbeiten und bewegen sich alle Gerüstbauer schon aus purem Eigeninteresse sicher auf einem Gerüst. Was aber, wenn man beim Gerüstaufbau eine Sekunde unachtsam ist, nasses Laub auf dem Gerüst unterschätzt oder sich zu dicht am Kollegen vorbei schlängelt? In diesem einen Moment kann man in die Tiefe stürzen – je nach Höhe des Gerüstes viele Meter. Und was dann? Dann gibt es zum Glück das Höhenrettungstraining. Hier werden Mitarbeiter im Gerüstbau gezielt auf diesen einen Moment vorbereitet. Theoretisch und praktisch.

Einmal im Jahr heißt es: aufgepasst!

Schon vor dem ersten Aufstieg auf das Gerüst, und von da ab einmal im Jahr, müssen die Grundsätze der Prävention an alle Mitarbeiter und Auszubildenden im Gerüstbau kommuniziert werden. Geregelt ist diese vorbeugende Maßnahme zum Schutz des eigenen Teams sowie vor hohen Kosten in der „BGR 198 Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz“ der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft. Eine sinnvolle Ergänzung zu dieser doch sehr theoretischen Einweisung ist natürlich ein Höhenrettungstraining. Dieses kann entweder als betriebsinterne Maßnahme auf eigenen Baustellen oder in speziellen Trainingscentern durchgeführt werden.

Theorie und Praxis für mehr Sicherheit

In der Regel besteht ein Höhenrettungslehrgang aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Hierbei können spezifische Rettungstechniken oder Rettungsszenarien ebenso durchgespielt werden, wie notwendige Maßnahmen zur Sicherung von Personen. Auch das Abseilen von Personen ist oftmals Bestandteil eines Höhenrettungstrainings. Die persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz, kurz PSAgA, wird hierbei zudem praktisch angewandt. Das bedeutet, es wird den Lehrgangs-Teilnehmern gezeigt, wie man die PSA korrekt anbringt, anwendet und einsetzt.  

Vorsicht Hängetrauma!

Besonders wichtig ist es zu wissen, dass eine abgestürzte Person spätestens nach 20 Minuten aus seiner hängenden Position in einer Schutzausrüstung befreit werden muss. Der Grund: Nach diesem Zeitraum kann das so genannte Hängetrauma eintreten. Das starke Gewicht einer hängenden Person erhöht die Belastung im Sicherheitsgeschirr. Vor allem an Brust und Beinen können Blutgefäße abgeschnürt und der Blutfluss verhindert werden – bis hin zur Bewusstlosigkeit oder gar zum Tod.